mencore.pages.dev

Einführung: Planung Ihrer maximal breiten Garage in Remscheid

Möchten Sie eine maximal breite Garage in Remscheid bauen, wissen aber nicht, welche Fundamente bei den hier typischen Lehmböden des Bergischen Landes statisch und baurechtlich notwendig sind? Als erfahrener Baustatiker mit Zulassung nach §63 BauO NRW führe ich Sie durch die wesentlichen Schritte und Anforderungen, um Ihr Vorhaben "max breite garage remscheid" erfolgreich und regelkonform umzusetzen.

Lokale Vorschriften in Remscheid

Bevor Sie mit der Planung Ihrer Garage beginnen, ist es unerlässlich, die örtlichen Vorschriften der Stadt Remscheid zu prüfen. Diese beeinflussen maßgeblich die maximal zulässige Breite, Höhe und die Platzierung des Bauwerks auf Ihrem Grundstück.

  • Örtliche Bauordnung: Prüfen Sie die örtliche Bauordnung der Stadt Remscheid. Insbesondere relevant sind hierbei die Regelungen zu Abstandsflächen (§ 6 BauO NRW) und Baugrenzen, die aus dem Bebauungsplan hervorgehen. Für Garagen bis 30 m² Grundfläche gelten unter bestimmten Voraussetzungen vereinfachte Verfahren oder eine Genehmigungsfreistellung (§ 62 Abs. 1 Nr. 1f BauO NRW). Bei einer "maximal breiten Garage" ist es jedoch wahrscheinlich, dass diese Grenze überschritten wird und somit ein Genehmigungsverfahren erforderlich ist.
  • Flächennutzungsplan und Bebauungsplan: Der rechtskräftige Bebauungsplan für Ihr Flurstück gibt Auskunft über Art und Maß der baulichen Nutzung, die überbaubare Grundstücksfläche und die Festsetzungen zu Dachformen und Materialien. Ein Auszug ist beim Bauamt der Stadt Remscheid erhältlich.
  • Zitierte Unterlage: Die Broschüre „Hinweise zum genehmigungsfreien Bauen, Stadt Remscheid, Stand 2024' liefert erste Anhaltspunkte, ersetzt jedoch nicht die verbindliche Prüfung des für Ihr Grundstück gültigen Bebauungsplans und die Rücksprache mit dem Bauamt.

Technische Anforderungen (DIN 18300, BauO NRW, DIN EN 1997-1)

Die Standsicherheit und Dauerhaftigkeit Ihrer Garage hängt maßgeblich von einer fachgerechten Gründung ab. Dabei sind die Eigenschaften des Baugrunds und die geltenden Normen entscheidend.

Ein Bauherr im Stadtgebiet Remscheid erhielt eine Mängelrüge wegen unzureichender Fundamenttiefen bei bindigem Boden. Das Bodengutachten wurde nicht ausreichend berücksichtigt, was zu Frostschäden am Fundament führte. Prüfen Sie stets das Bodengutachten oder lassen Sie eine Baugrunduntersuchung durchführen.

Baugrunduntersuchung und Fundamentbemessung

  • Erdarbeiten (DIN 18300): Gemäß DIN 18300 (VOB/C, ATV Erdarbeiten), Abschnitt 3.2.1, sind bei bindigen Böden (wie Lehm, der in Remscheid häufig vorkommt) frostfreie Gründungstiefen von mindestens 80 cm unter Geländeoberkante einzuhalten. Dies dient dem Schutz vor Frosthebungen, die zu Setzungen und Rissen im Bauwerk führen können.
  • Bemessung von Fundamenten (DIN EN 1997-1, Eurocode 7): Die Bemessung der Fundamente erfolgt nach DIN EN 1997-1 (Eurocode 7, Geotechnische Bemessung). Hierbei werden die charakteristischen Werte der Bodenkennziffern, die Einwirkungen (Eigenlast, Verkehrslast der Garage) und die Nachweise der Tragfähigkeit und Gebrauchstauglichkeit geführt. Für eine „max breite garage remscheid' ist eine statische Berechnung durch einen qualifizierten Tragwerksplaner unerlässlich.
  • Bauordnung NRW (§ 11 Standsicherheit): Gemäß § 11 der Bauordnung NRW (BauO NRW) müssen bauliche Anlagen standsicher sein. Dies wird durch die Einhaltung der vorgenannten Normen und eine fachgerechte Ausführung sichergestellt.
  • Drainage bei Feuchtigkeit: Bei staunassen Böden oder hohem Grundwasserstand muss eine fachgerechte Drainage gemäß DIN 4095 vorgesehen werden, um Feuchtigkeitsschäden am Bauwerk zu vermeiden und die Tragfähigkeit des Fundaments nicht durch Aufweichung des Bodens zu mindern.

Fundamenttypen und ihre Anwendung

Die Wahl des Fundamenttyps hängt von der Last der Garage, der Beschaffenheit des Baugrunds und den lokalen Gegebenheiten ab:

Fundamenttyp Mindesttiefe (bei Lehmboden, NRW) Material Kostenschätzung (pro lfdm oder m², netto)
Streifenfundament 80 cm (gem. DIN 18300) Beton C20/25, ggf. Bewehrung B500B ca. 80 - 120 EUR/lfdm
Plattenfundament (auf frostsicherem Unterbau) 20-30 cm Betonplatte auf 50-60 cm Frostschutzschicht (Schotter/Recyclingmaterial) Beton C20/25, Bewehrung B500B (Q-Matten) ca. 120 - 180 EUR/m²
Punktfundament (für Stützen) 80 - 100 cm (je nach Last) Beton C25/30, Bewehrung B500B ca. 100 - 150 EUR/Stück
Schraubfundament (als temporäre Lösung oder bei geringen Lasten) Min. 120 cm Eindrehtiefe Stahl (feuerverzinkt) ca. 150 - 300 EUR/Stück

Hinweis: Die Kostenschätzungen sind Richtwerte und können je nach regionalen Preisen, Zugänglichkeit der Baustelle und Ausführungsumfang stark variieren.

Häufige Fehler beim Garagenbau

  • Unzureichende Frostschutztiefe: Die Missachtung der Mindestgründungstiefe von 80 cm bei bindigen Böden führt fast unweigerlich zu Frosthebungen und nachfolgenden Setzungen, die Risse in Wänden und Bodenplatte verursachen.
  • Fehlende oder mangelhafte Drainage: Bei hohem Grundwasserstand oder wasserundurchlässigen Lehmböden kann Staunässe entstehen, die zur Durchfeuchtung des Fundaments und der Bodenplatte führt. Dies beeinträchtigt die Tragfähigkeit und kann Schimmelbildung begünstigen.
  • Nichtbeachtung der Abstandsflächen: Die in § 6 BauO NRW geregelten Abstandsflächen zu Nachbargrundstücken sind zwingend einzuhalten. Eine Überschreitung kann zu kostspieligen Rückbauanordnungen führen. Für Garagen bis 9 m Länge an der Grundstücksgrenze sind Ausnahmen möglich, müssen aber die Anforderungen des § 6 Abs. 11 BauO NRW erfüllen.
  • Fehlendes Bodengutachten: Eine Baugrunduntersuchung wird oft als unnötiger Kostenfaktor angesehen, ist jedoch die Grundlage für eine sichere und wirtschaftliche Fundamentbemessung. Ohne präzise Kenntnis des Baugrunds sind Fundamente oft überdimensioniert oder im schlimmsten Fall unterdimensioniert.

Ihre "max breite garage remscheid" bauen - Schritt für Schritt

  1. Schritt 1: Baurechtliche Prüfung und Baugrundermittlung

    Prüfen Sie den Flächennutzungsplan und den Bebauungsplan der Stadt Remscheid für Ihr Grundstück. Klären Sie die zulässige Grundfläche, Höhe und Abstandsflächen. Ermitteln Sie die Bodenart (Lehm, Moräne, Sand) und prüfen Sie, ob Ihr Grundstück in einem Schutzgebiet (z.B. Landschaftsschutzgebiet) liegt. Bei Bedarf ziehen Sie einen Bodengutachter hinzu.

  2. Schritt 2: Einfache Bodenprobe und Ersteinschätzung

    Führen Sie eine einfache, orientierende Bodenprobe durch: Bohren oder graben Sie an mehreren Stellen mindestens 60 cm tief. Ist das Material klebrig, lässt sich zu einer Rolle formen und zeigt nach dem Trocknen Risse, handelt es sich höchstwahrscheinlich um bindigen Lehmboden.

  3. Schritt 3: Fundamenttyp und Dimensionierung

    Wählen Sie den geeigneten Fundamenttyp basierend auf der Baugrundanalyse und der Lastannahme der Garage. Bei bindigem Lehmboden in NRW ist eine frostfreie Gründungstiefe von mindestens 80 cm (gemäß DIN 18300, Abschnitt 3.2.1) zwingend einzuhalten. Beachten Sie die statische Bemessung gemäß DIN EN 1997-1 (Eurocode 7) durch einen Tragwerksplaner.

  4. Schritt 4: Planung, Genehmigung und Dokumentation

    Erstellen Sie detaillierte Baupläne, einschließlich Fundamentplan und statischer Berechnung. Reichen Sie die Unterlagen bei der Baubehörde in Remscheid zur Genehmigung ein, sofern Ihr Vorhaben nicht genehmigungsfrei ist. Dokumentieren Sie alle Bauschritte, insbesondere die Aushubtiefen und die Fundamentausführung, mit Fotos und Skizzen. Dies ist auch bei nachträglicher Genehmigung oder bei späteren Fragen von unschätzbarem Wert.

Relaterade ämnen i samma område